Verschieden Gemüsesäfte und Gemüse bei einer Saftkur beim Saftfasten

Fasten mit Saftkur: Saftfasten hilft beim Entschlacken

In Fasten & Gesundheit by Sandra M. Exl

Artikel aktualisiert am 04.03.2019

Einen sanften Einstieg ins Thema Fasten bietet die Saftkur. An diesen Tagen bezieht der Körper sämtliche Nährstoffe aus Obst- und Gemüsesäften, Wasser und Kräutertee. Auch warme Gemüsebrühe ist gestattet. Ganz besonders wichtig ist, qualitativ hochwertige Produkte einzukaufen und die Säfte aus frischem Obst und Gemüse herzustellen. Der Beitrag verschafft einen Überblick über Saftfasten, gibt Tipps zur Durchführung und zeigt Vor- und Nachteile auf.

Saftkur entschlackt den Körper

Beim Saftfasten bekommt der Körper keine festen Nahrungsmittel – das gilt generell für Fastenkuren. Stattdessen wird 5-7 Mal am Tag ein vitaminreicher Saft und eine spezielle Fastensuppe aufgenommen. Wasser und ungezuckerter Kräutertee stehen unbegrenzt zur Verfügung. Der Körper erhält bei einer Saftkur sehr viele Vitamine, Enzyme und Mineralstoffe. Da insbesondere Obstsäfte kalorienreich sind und von Natur aus viel Zucker (Fruchtzucker) enthalten, ist es wichtig, die Menge im Auge zu behalten. Prinzipiell sollten Gemüsesäften den Hauptanteil ausmachen, da sie vor allem weniger Zucker (natürlicher Fruchtzucker) enthalten. Die Kalorien-Obergrenze sollte bei etwa 1000 kcal pro Tag liegen. Einzelne Saftfastentage in den üblichen Ernährungsplan einzuschalten hilft dabei, die Kalorienzufuhr auf die Woche gerechnet zu senken. Die Vorgehensweise ist vergleichbar mit dem Intervallfasten.

Natürlich ist es möglich, über einen längeren Zeitraum mit Saftfasten ordentlich Gewicht zu verlieren und dem Körper etwas Gutes zu tun. Wenn Sie gesund sind und das ärztliche Ok haben, können Sie ohne Weiteres zu Hause fasten. Sollten Sie Beschwerden haben und/oder Medikamente einnehmen, ist eine ärztliche Fastenbegleitung unbedingt notwendig. Siehe dazu Kontraindikationen des Fastens. Eine intensive Saftkur dauert zwischen 3 und 21 Tagen. Wichtig ist dabei, auf den eigenen Körper zu hören und bei auftretenden Beschwerden nicht zu zögern, einen ärztlichen Rat einzuholen und ggf. die Kur auch abzubrechen. Lesen Sie hierzu den Artikel über Fastenkrisen, denn diese sind normal und dürfen auch sein.

Wenn Sie Fastenneuling sind und sich vor dem Verzicht auf feste Nahrung über mehrere Tage scheuen, versuchen Sie doch mal eine einzelne Mahlzeit am Tag, z.B. ein üppiges Mittagessen, durch einen frisch gepressten Obst-Gemüse-Saft zu ersetzen. Probieren Sie aus, wie sich der Verzicht auf feste Nahrung für sie anfühlt. Statt vieler Kalorien bekommt Ihr Körper viele Vitalstoffe – das kann sich hervorragend anfühlen!

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Vorbereitung auf eine Saftkur

Wer für einen Tag ausprobieren möchte, ob Saftfasten für ihn geeignet ist, braucht nicht viel. Ausreichend Obst- und Gemüsesäfte, Kräutertee und pflanzliche Brühe aus dem Reformhaus ermöglichen den Testtag. Soll es aber eine mehrere Tage andauernde Saftfastenkur sein, ist es sehr hilfreich, sich mindestens die folgenden Utensilien zu besorgen:

  • Obst und Gemüse für die frisch gepressten Säfte
  • Suppengemüse und Kräuter für die selbstgemachte Fastensuppe; alternativ Gemüsetees oder Gemüsebrühe* aus dem Bioladen
  • Auch fertige Bio-Säfte ohne Zuckerzusatz sind zwischendurch erlaubt
  • Verschiedene Teesorten oder Fastenteemischungen
  • Entsafter

Der Saft sollte in erster Linie aus frisch entsaftetem Obst und Gemüse bestehen. Die zuckerfreien Säfte aus dem Reformhaus dienen lediglich als Ergänzung und Notfallvorrat. Um auch harte Obst- und Gemüsesorten zu entsaften, braucht der Entsafter genügend Leistung und sollte aus hochwertigen Materialien gefertigt sein. Bei der Wahl des passenden Geräts spielt die Technik eine entscheidende Rolle. Hilfreiche Informationen über die unterschiedlichen Merkmale von Entsaftern finden sich in diesem Vergleich.

Obst- oder Gemüsesaft: Was eignet sich besser zum Saftfasten?

Prinzipiell hat jeder Saft bestimmte Vorzüge. Fastende entscheiden nach eigenem Geschmack, welcher Saft zu ihnen passt. Es gibt Säfte mit besonders vielen Vitalstoffen, andere mit einem hohen Fruchtzuckergehalt. Beim Saftfasten gilt wie immer in der Ernährung, dass Abwechslung für Ausgewogenheit der Nährstoffe sorgt. Wichtig: gerade beim Fasten sollten Sie auf Obst und Gemüse aus biologischem Anbau achten, denn Pestizide und andere Schadstoffe wirken während dieser Zeit besonders schädlich.

Die Mischung macht´s

Besonders beliebt ist frisch gepresster Orangensaft, der sehr gut zu Gemüsesäften passt, weil er intensive Geschmäcker von manchen Gemüsen wie Sellerie, Fenchel oder Kohl sehr vorteilhaft überlagert. Orangensaft hat außerdem einen hohen Vitamingehalt und wartet auch mit Antioxidantien auf. Ich selbst mag Grapefruitsaft sehr gerne, vor allem vertreibt er aufkommenden Appetit beim Fasten. Aber bitte nur in Bio-Qualität kaufen! Zitrusfrüchte kurbeln außerdem die Autophagie, einen Zellreinigungsprozess unseres Körpers, an. Zellen und Gewebe altern langsamer und die Abwehrkräfte im Körper steigen deutlich an. In Hinblick auf den Gehalt an Antioxidantien haben außerdem Säfte aus den folgenden Obst- und Gemüsesorten die Nase vorne :

Heidelbeeren und Beeren im Allgemeinen, Tomaten, Äpfel, Brokkoli, Grünkohl

Ja nach Jahreszeit kommen verschiedene Früchte für die Saftfastenkur infrage. Oberstes Gebot ist die Abwechslung, denn so wird der einseitigen Versorgung vorgebeugt. Geeignete Obst- und Gemüsesorten aus heimischen Gefilden für mehr Power im Frühling sind zum Beispiel diese:

Äpfel, Rhabarber,  Birnen, Karotten, Rote Bete, Kürbis, Spinat, Chicorée, Feldsalat, Radicchio

Aus der vielfältigen Auswahl ergeben sich ganz neue Geschmackserlebnisse. Der Sommer hält eine wesentlich breitere Auswahl von regional angebauten Erzeugnissen bereit. Je nach Geschmack lassen sich daraus ganz individuelle Säfte zubereiten.

Karfiol (Blumenkohl), Brokkoli, Fenchel, Gurken, Kohlrabi, Mangold, Karotten, Paprika, Radieschen, Rote Bete, Tomaten, Zucchini, Eichblattsalat, Endiviensalat, Kopfsalat, Lollo Rosso, Rucola, Erdbeeren, (Heidelbeeren) Blaubeeren, Marillen (Aprikosen), Himbeeren, Johannisbeeren, Mirabellen, Pflaumen, Stachelbeeren

Abgesehen von den aufgezählten saisonal verfügbaren Obst- und Gemüsesorten sowie Salaten hält der Markt eine Vielfalt exotischer Früchte bereit. Die Auswahl ist riesig. Das Schöne am Saftfasten ist, dass sich die Kur geschmacklich variieren lässt. Damit wird sie zum Allrounder unter den Fastenkuren in zweierlei Hinsicht: Zum einen eignet sie sich aufgrund ihrer Variabilität für sehr viele Menschen. Zum anderen lässt sich über die flexible Produktauswahl eine ausgewogene Zufuhr von Nährstoffen realisieren.

Wie wirkt Fasten auf die Seele?

Erfahrene Fastende können eine Saftkur praktisch nebenbei im Alltag durchführen. Doch die volle Wirkung auf Körper, Geist und Seele entfaltet eine Fastenkur vor allem, wenn man sich Zeit und Ruhe dafür nimmt. Dabei kann sich sehr schnell ein Gefühl von Leichtigkeit und Wach-Sein einstellen. Viele Fastende berichten von einer überraschenden Klarheit bezüglich der eigenen Lebenssituation oder vom „Hochkommen“ tieferliegender seelischer Themen oder Bedürfnisse. Ja, beim Fasten kann so einiges in Gang kommen – auch die eine oder andere Fastenkrise kann auftreten und so oder so ist es immer von Vorteil, wenn man nicht im Alltag steckt, sondern die Zeit hat, auf sich und in sich zu schauen. So kann eine bewusst durchgeführte Fastenkur ein kraftvoller Impuls zur Entwicklung und Veränderung sein.

Eine Frau nimmt ein Basenbad beim Heilfasten, sie ist in der Badewanne und genießt

Einfache Helfer beim Fasten

Wärmflaschen, Decken und Kuschelkissen sollten während des Fastens immer bereitliegen. Menschen können recht unterschiedlich auf den Nahrungsentzug reagieren. Vielen ist sehr schnell kalt, manchmal gibt es zwischenzeitliche Kreislaufprobleme oder Gliederschmerzen. Auch die Stimmung kann bei manchen eine Achterbahn hinlegen. In all diesen Fällen ist hilft es sehr, wenn man sich was Gutes tut und ein Gefühl von wohliger Geborgenheit schafft. Wärme ist dabei immer ratsam – ob in Form eines kuscheligen Nests mit Wärmeflasche auf der Couch oder ein schönes Voll- oder Fußbad mit ätherischen Ölen (Orangenöl erhellt die Stimmung, Lavendel beruhigt und Rose öffnet den Geist). Hier kann man auch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und durch ein spezielles Basenbad den Körper beim Entsäuern unterstützen. Es ist auch sehr wohltuend, in die Sauna oder zur Massage zu gehen. Für mich persönlich ist neben all diesen schönen Maßnahmen der Aufenthalt in der Natur das allerbeste Mittel, um sowohl Körper als auch Seele beim Fastenprozess zu unterstützen. Bewegung ist außerdem sehr wichtig und nahezu unentbehrlich für eine gelungene Fastenkur!

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Viele Vorteile, wenige Nachteile

Saftfasten bringt deutlich mehr Vorteile als Nachteile mit sich. Die Gegenüberstellung gibt Aufschluss:

VorteileNachteile
Ausgleich von Übersäuerung im KörperGewichtsverlust kann nach den Fastentagen durch unveränderte Ernährungsgewohnheiten rasch wieder aufgeholt werden (siehe Jojo-Effekt verhindern)
Erhöhte Blutfettwerte verbessern sich; Verbesserung des gesamten Stoffwechsels
Herz-Kreislaufsystem wird entlastet; Blutdruck sinkt
Körper erhält hohe Konzentration von Vitaminen und Mineralien
Das Bindegewebe strafft sich, die Haut wird schöner
Magen und Darm werden entlastet, das Immunsystem kommt in Schwung
Gute Erfolge bei Rheumabeschwerden
Sie fühlen sich vitaler und leistungsfähiger
Der Gewichtsverlust kann ein motivierender Start sein, um eine bewusste und dauerhafte Gewichtsreduktion einzuleiten
Impuls zur Verhaltensänderung; Fasten ist die Chance, von schädlichen Genussmitteln wie Alkohol und Nikotin sowie von falschen Ernährungsgewohnheiten loszukommen

Saftfasten eignet sich sehr gut, um sich mehr mit dem eigenen Wohlbefinden zu beschäftigen. Es ist ein leichter Einstieg in die Welt des Fastens und führt zu motivierenden Ergebnissen hinsichtlich des Gewichtsverlustes. Auch erzeugt eine erfolgreich durchlaufene Fastenkur ein besseres Körpergefühl und kann den Start in einen gesunden Lebensstil erleichtern.

Gute Bücher zum Thema Saftfasten

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Bildquellen

  • Ein Basenbad beim Heilfasten: Africa Studio | Shutterstock.com
  • Gesundes Entschlacken mit Hausmitteln: alte-hausmittel.com
  • Bewegung beim Fasten: Dudarev Mikhail | Shutterstock.com
  • Erneuerung durch Fasten: KieferPix | Shutterstock.com
  • Eine Saftkur beim Saftfasten: monticello | Shutterstock.com