Cholesterinspiegel senken durch Heilfasten – Hintergrund und Wirkung

von Mag. Sandra M. Exl

Cholesterin ist ein lebensnotwendiger Baustein jeder Körperzelle. Steigen die Werte im Blut jedoch in bedenkliche Höhen, sind die Gefäße in Gefahr. Bietet Fasten einen Weg, einen hohen Cholesterinspiegel zu senken? Schauen wir doch mal genauer hin.

Cholesterin – gut oder schlecht?

Unser Körper benötigt Cholesterin grundsätzlich als Bestandteil der Zellwände. Der Fettstoff ist auch wichtig für die Bildung von Hormonen und Gallensäure. Zu viel Cholesterin und andere Fettstoffe im Blut können jedoch die Blutgefäße schädigen, indem sie sich an den Arterienwänden ablagern, sodass sich diese verengen und verhärten. Wenn das geschieht, steigt das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich an.

Videos rund um das Thema Cholesterin informieren heute sehr vielseitig über das Thema der Gesundheitsrisiken durch erhöhte Cholesterinwerte. Problematische Blutfettwerte zu senken und Gefäßablagerungen zu verhindern, ist unbestritten wichtig für die Gefäßgesundheit und um das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen zu reduzieren.

Triglyceride, HDL- und LDL-Cholesterin

Jeder dritte Deutsche hat einen erhöhten Gesamtcholesterinwert im Blut. Tatsache ist, dass dieser Wert für sich alleine nicht aussagekräftig ist. Erst mit der zusätzlichen Bestimmung der Triglyceride (Neutralfette), LDL (schlechtes) und HDL (gutes) Cholesterin lässt sich ein mögliches Gesundheitsrisiko einschätzen. Die optimalen Werte sollten wie folgt aussehen: Gesamtcholesterin 60.

Ein hoher Wert (über 60) des HDL (High Density Lipoprotein)-Cholesterins – also des „guten“ Cholesterins – verweist auf ein niedrigeres das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bedenklich sind vor allem das LDL (Low Density Lipoprotein)-Cholesterin – also das „schlechte“ Cholesterin – und die Triglyceride, die bei dauerhaft zu hohen Werten negative Entwicklungen für das Herz-Kreislaufsystem anzeigen.

Cholesterinspiegel senken – aber richtig

Bei erhöhten Cholesterinwerten werden üblicherweise Fett senkende Medikamente, meist Statine, verordnet. Hier ist es wichtig, über ihre Nebenwirkungen Bescheid zu wissen. Sie senken nicht nur das Cholesterin, sondern hemmen auch die Bildung des lebensnotwendigen Coenzym Q10. Es ist für die Funktion der Mitochondrien, unserer Zellkraftwerke, essentiell. Darum ist es wichtig, zusätzlich Q10 einzunehmen, um die Mitochondrien nicht zu gefährden. Ansonsten kann es unter anderem zu starken Muskelschmerzen kommen.

Um gesunde Blutfettwerte und geschmeidige Gefäße zu erhalten, gibt es durchaus Einiges, was Sie selbst tun können. Nahrungscholesterin erhöht die Konzentration von Cholesterin im Blutplasma von Person zu Person in unterschiedlichem Ausmaß, allerdings insgesamt nicht so stark, wie lange Zeit angenommen. Bei vielen Betroffenen ist ein sehr geringer Einfluss von Nahrungscholesterin auf die Blutwerte zu verzeichnen.

Bei entsprechender Veranlagung kann ein übermäßiger Verzehr von gesättigten Fettsäuren (tierische Fette) aber sehr wohl zu ungünstigen Veränderungen bestimmter Blutfettwerte führen, die das Risiko für koronare Herzkrankheiten erhöhen können. Es ist weniger das reine Cholesterin, sondern die in einem Nahrungsmittel enthaltenen gesättigten Fette, die in der Leber zu Cholesterin umgebaut werden und gefährlich werden können.

Ganzheitliche Maßnahmen gegen erhöhte Cholesterinwerte

Folgende Maßnahmen können erhöhte Cholesterinwerte positiv beeinflussen:

  • Lebensmittel wie Leinsamen, Walnüsse, Mandeln, Pecannüsse, Haferflocken, Knoblauch, Zwiebel, Kurkuma, Avocados und Flohsamen können regelmäßig konsumiert Cholesterin- und Triglycerid-Werte senken.
  • Essen Sie reichlich Gemüse, Salate, Hülsenfrüchte, Obst (v.a. Beeren), Kartoffeln, Vollkornreis, Haferflocken und weitere pflanzliche Lebensmittel. Diese halten Ihre Blutgefäße gesund.
  • Verwenden Sie hochwertiges Leinöl für Ihren Salat und andere kalte Speisen (Leinöl darf nicht erhitzt werden und muss im Kühlschrank aufbewahrt werden). Auch Walnussöl und Hanföl sind zu empfehlen.
  • Vermeiden Sie Transfette (gehärtete Fette). Diese erhöhen massiv das LDL-Cholesterin und die Triglyceride. Außerdem fördern sie Entzündungsprozesse im Körper.
  • Vermeiden Sie zuckerreiche Speisen sowie Produkte aus Auszugsmehlen (weißes Weizenmehl).
  • Reduzieren Sie Fleisch und alle daraus hergestellten Produkte wie z.B. Wurst sowie alle Tiermilchprodukte.
  • Essen Sie lieber Fisch aus Bio-Aquakultur, z.B. Bio-Lachs mit wertvollen Omega-3-Fettsäuren, einmal pro Woche ist ausreichend. Meeresfisch kann einerseits wegen der Schadstoffbelastung und andererseits wegen der Überfischung der Meere nicht empfohlen werden.
  • Grundsätzlich ist eine traditionell mediterrane Diät eine sehr gute Ernährungsform für das Herz-Kreislaufsystem und für die allgemeine Gesundheit.
  • Intervallfasten oder regelmäßige Heilfastenkuren können sich auf Dauer sehr positiv auf die Gefäßgesundheit und die Blutfettwerte auswirken (mehr dazu weiter unten).
  • Bewegen Sie sich täglich! Sie können eine halbe Stunde flott spazieren gehen, Radfahren oder was immer Ihnen Freude bereitet. Auch Krafttraining in Form von Kniebeugen, Klimmzügen, Liegestützen und Co. ist gut. Zusätzlich bauen Sie Bewegung in Ihren Alltag ein, indem Sie z.B. Treppen steigen, anstatt den Lift zu benutzen.
  • Entspannung in Kombination mit Bewegung ist ideal: Hierzu eignet sich Yoga ausgezeichnet.
  • Wenn Sie an einer erblich bedingten Fettstoffwechselstörung leiden – etwa 0,15 Prozent der Bevölkerung – und zusätzliche, gravierende Erkrankungen bestehen, müssen Sie natürlich entsprechende Medikamente nehmen. Führen Sie trotzdem die beschriebenen Maßnahmen durch und nehmen Sie zusätzlich Coenzym Q 10 ein.

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Cholesterin senken: Wie wirkt sich Fasten aus?

Fasten ist eine sehr effiziente Methode, um unserem Herz-Kreislauf-System Gutes zu tun. Der Puls sinkt, hoher Blutdruck sinkt, Cholesterinspiegel im Blut senkt sich ab und in der Leber wird weniger Cholesterin produziert. Die Herzfrequenzvariabilität, ein Indikator für die Entspannung der Nerven des Herzens, verbessert sich ebenfalls. Aber nicht nur Herz und Gefäße profitieren vom Fasten. Auch der Magen-Darm-Trakt, die Bauchspeicheldrüse, die Leber, die Nieren sowie Gehirn und Nervensystem können sich durch regelmäßige Nahrungsabstinenz regenerieren.

Was passiert beim Fasten mit zu hohem Cholesterin?

Beim Fasten stellt der Körper seinen Energiestoffwechsel dahingehend um, dass er die Energie aus Fettverbrennung gewinnt, anstatt aus Zuckerverbrennung. Der Körper bezieht seine Energie beim Fasten also aus freien Fettsäuren, die er aus den Fettdepots löst. Es werden also gespeicherte Fette inkl. Triglyceride verbrannt. In dieser Zeit werden auch keine neuen Triglyceride synthetisiert, was zu einer Senkung der Ausschüttung von VLDL (Very Low Density Lipoprotein) in der Leber führt.

Mit VLDL werden Triglyceride im Blut transportiert. Gibt das VLDL-Molekül die Triglyzeride ab, wandelt es sich zu LDL um, also zur ungünstigen Form des Cholesterins. Müssen weniger Triglyzeride transportiert werden, entsteht also auch weniger LDL. So können wir den Cholesterinspiegel beim Fasten senken.

Manchmal passiert aber auch das scheinbar Paradoxe: Der Cholesterinspiegel kann beim Fasten auch kurzfristig ansteigen. Vor allem bei sehr strengem Fasten stellt der Körper die Energieversorgung recht schnell und radikal um, da Zucker als Energiequelle plötzlich ganz ausfällt. Deshalb werden jetzt viele Fette auf einmal aus dem Speichergewebe gelöst, die nun zur Energiegewinnung herangezogen werden. Durch diese plötzliche Mobilisierung von viel Fett kann also auch der Effekt der momentan erhöhten Cholesterinwerte auftreten. Ungesund ist er aber nicht, werden dabei doch Fettdepots abgebaut und mögliches Übergewicht reduziert.

Fasten oder Low Carb zur Cholesterinsenkung

Könnte man auch mit Low Carb als Ernährungsform das Cholesterin senken? Möglich ist das natürlich auch. Low Carb kann sich bei einem hohen Cholesterinspiegel günstig auswirken. Das Fasten beugt allerdings einem Fehler vor, den diese Ernährung mitunter mit sich bringt. Führen wir dem Körper durch die Reduktion der Kohlenhydrate vermehrt Fett zu, verbrennt er zuerst die Nahrungsfette, da er diese einfacher verarbeiten kann.

Bei den meisten Low-Carb-Diäten kommt zusätzlich der ungünstige Faktor hinzu, dass sie fast alle viele tierische Produkte enthalten. Nicht nur tierische Fette können problematisch sein, sondern auch zu viele tierische Proteine. Eine weitestgehend vegane Low-Carb-Variante mit mäßigem Fettanteil würde allerdings ähnliche Effekte haben wie das Fasten.

In der Regel geht Fasten auch mit einem Gewichtsverlust einher. Die Fettdepots werden abgebaut. Auch das besonders gefährliche Bauchfett reduziert sich so. Für die Gesundheit signifikante Werte wie der Bauchumfang oder der Taille-Hüfte-Quotient verbessert sich. Wenn wir also mit Fasten den Cholesterinspiegel senken, lösen wir gleichzeitig weitere, günstige Prozesse im Körper aus.

Welches Fasten kann den Cholesterinspeigel senken?

Die gute Nachricht: Es ist egal, ob wir eine Fastenkur machen oder in Intervallen fasten. Beides kann den Cholesterinspiegel senken. Intervallfasten hat jedoch einen entscheidenden Vorteil: Wir bleiben bei der Stange, da es in den Alltag integriert wird. Bei einer Fastenkur profitieren wir zwar von den günstigen Effekten während der Kur.

Fallen wir danach aber in alte Verhaltensmuster zurück, sind die gewonnenen Fortschritte schnell wieder dahin. Um das Cholesterin dauerhaft zu senken, reicht eine einmalige Fastenkur allein also nicht aus. Hier müssen wir auch die Ernährung entsprechend gestalten, um etwa verlorenes Gewicht nicht gleich wieder zuzulegen.

Sofern keine Kontraindikationen vorliegen, ist eine Kombination aus Intervallfasten (z.B. 16:8) und zweimal jährlich eine Heilfastenkur von 7 Tagen eine nachhaltige Möglichkeit, die Blutwerte in einem gesunden Bereich zu halten. Wenn Sie zusätzlich die oben genannten ganzheitlichen Maßnahmen zur Cholesterinsenkung berücksichtigen, ist Ihr Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall bestmöglich in Schach gehalten.

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Quellenangaben

  1. Horne BD. et al., Usefulness of routine periodic fasting to lower risk of coronary artery disease in patients undergoing coronary angiography. Am J Cardiol. 2008 Oct 1;102(7):814-819.
  2. Bhutani S1, et al., Improvements in coronary heart disease risk indicators by alternate-day fasting involve adipose tissue modulations.  Obesity (Silver Spring). 2010 Nov;18(11):2152-9.
  3. Widmer RJ, et al. The Mediterranean diet, its components, and cardiovascular disease. Am J Med. 2015 Mar;128(3):229-38.
  4. Estruch R, et al. Primary Prevention of Cardiovascular Disease with a Mediterranean Diet. N Engl J Med 2013; 368:1279-1290
  5. Patterson RE, Sears DD. Metabolic Effects of Intermittent Fasting. Annu Rev Nutr. 2017 Aug 21;37:371-393.
  6. DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ERNÄHRUNG e.V. (DGE). Evidenzbasierte Leitlinie: „Fettzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten“, 2. Version 2015. Kapitel 6 Fettzufuhr und Prävention der Dyslipoproteinämie: S. 81 ff. Internet: https://www.dge.de/wissenschaft/leitlinien/leitlinie-fett/ (Abruf: 19.05.2020)
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Bildquellen

  • Schriftzug Cholesterin und Fasten: margouillat photo | Shutterstock.com
Mag. Sandra M. Exl

Mag. Sandra Exl hat ein abgeschlossenes Studium der Biologie und ist zertifizierte Fastenbegleiterin. Sie arbeitet als Redakteurin im Team von Lanaprinzip Publishing e.U. und schreibt über die Themen Heilfasten, Ernährung und gesunde Rezepte. Mit über 20 Jahren Fastenerfahrung und vielen beliebten YouTube-Videos über das Heilfasten ist sie im deutschsprachigen Raum eine der bekanntesten Fastenexpertinnen.