Verschieden Heilfasten Methoden zum Abnehmen und Gesundwerden in einem Mosaik

Welche Methoden gibt es beim Heilfasten?

In Fasten & Gesundheit by Sandra M. Exl

Menschen fasten aus ganz unterschiedlichen Gründen. Das Heilfasten wird oft nicht nur zur Gewichtsabnahme durchgeführt, sondern zur körperlichen oder auch zur seelischen Reinigung. Für viele ist es eine Zeit der bewussten Einkehr und soll dazu dienen, sich auf das Wesentliche zu besinnen oder wieder zu sich selbst zu finden. So unterschiedlich wie die Motive der Fastenden sind auch die Methoden des Heilfastens.

Während beim klassischen Heilfasten strikt auf jegliche Nahrung verzichtet wird, sind bei anderen Kuren Suppen oder sogar vollständige Mahlzeiten erlaubt. Das sind die wichtigsten und beliebtesten Heilfasten-Methoden:

1. Heilfasten nach Buchinger

Die Fastenkur nach Buchinger ist die älteste und wohl bekannteste Methode des Heilfastens. Der deutsche Arzt Dr. Otto Buchinger gilt als Begründer des Heilfastens. Nachdem er sein eigenes Rheuma durch Fasten deutlich lindern konnte, eröffnete er 1920 die erste deutsche Heilfastenklinik.

Beim Heilfasten nach Buchinger bereitet man den Körper mit ein bis drei Entlastungstagen auf die Fastenkur vor. Dann starten die Fastentage mit einer Darmentleerung. Meist folgen fünf bis sieben Fastentage, an denen keine feste Nahrung konsumiert wird. In dieser Zeit trinken Sie Wasser, Tee, frisch gekochte Gemüsebrühe oder verdünnte Säfte. Etwas Honig kann bei Schwindel oder Schwächegefühlen helfen. Wichtig ist auch täglicher Sport, der zum Programm der Fastenkur nach Buchinger dazugehört, um einen Muskelabbau zu vermeiden. Anschließend erfolgt wieder eine langsame Umstellung auf feste Nahrung – die Aufbautage.

2. Suppenfasten, Saftfasten oder Molkefasten

Suppenfasten, Saftfasten und Molkefasten sind drei Fastenarten, die in einigen Kurzentren angeboten werden, aber besonders häufig auch Zuhause durchgeführt werden. Da die Ernährung nährstoffreich ist, ist während des Fastens nicht unbedingt eine ärztliche Kontrolle nötig. Wie bei jeder Fastenkur sollten Sie natürlich vor Beginn dennoch sicher sein, dass Sie körperlich fit und gesund sind.

Das Suppenfasten ist eine gute Möglichkeit, selbst Zuhause zu fasten. Die Suppen lassen sich auf Vorrat zubereiten und portionsweise einfrieren. Ein- oder zweimal täglich kann ein Teller Suppe, zum Beispiel eine nur leicht gesalzene Gemüsesuppe, gegessen werden. Beim Saftfasten werden einige Tage lang ausschließlich frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte sowie Wasser konsumiert. Je nach Kur sind drei bis sieben Gläser Saft pro Tag erlaubt. Das Molkefasten setzt auf die eiweiß- und vitaminhaltige Molke, die bei der Herstellung von Käse und Quark entsteht. Das Eiweiß soll den Muskelabbau während des Fastens reduzieren. Oft wird pro Tag ein Liter Molke und viel stilles Wasser empfohlen.

3. Teefasten

Das Teefasten ist die radikalste Art des Heilfastens. Im Gegensatz zur Fastenkur nach Buchinger sind weder Saft noch Gemüsebrühe erlaubt. Es wird ausschließlich Wasser und Tee konsumiert. Die Effekte einer solchen Fastenkur können enorm sein – sowohl im Positiven wie auch in Bezug auf Nebenwirkungen. Darum sollten Sie bei einem kompletten Verzicht auf Kalorien immer besonders umsichtig fasten.

4. Fastenkur nach Franz Xaver Mayr (F. X. Mayr-Kur)

Der österreichische Arzt Dr. Franz Xaver Mayr (1875–1965) beschäftigte sich schon als Student damit, wie Darmgesundheit und Entschlackung mit dem Allgemeinbefinden zusammenhängen. Durch seine Beobachtungen der erstaunlichen Wirkungsweise von Nahrungsreduktion auf die Beschwerden seiner Patienten, entwickelte er eine Kur, die auch als „Milch-Semmel-Kur“ bekannt wurde. Heutzutage wird die Mayr-Kur jedoch üblicherweise nicht mehr mit Weizenmehl- und Kuhmilchprodukten durchgeführt, da diese Lebensmittel bei Gesundheitsbewussten nicht sehr angesehen sind. Es wird in der Regel Gebäck z. B. aus Dinkel- oder Buchweizenmehl verwendet und statt der Kuhmilch werden Suppen oder Ziegenmilchprodukte dazu gegessen. Zusätzlich werden täglich größere Mengen Tee und Wasser getrunken. Das Hauptaugenmerk der F. X. Mayr-Kur liegt auf dem langen und gründlichen Kauen der Nahrung. Die Brötchen sollen in kleinen Häppchen lange gekaut werden. Das Ziel von Dr. F. X. Mayr war es, die Verdauung und den Speichelfluss anzuregen, aber auch ein neues Bewusstsein für die Nahrung und den Prozess des Essens zu schaffen.

Wie bei allen Fasten- bzw. Reduktionskuren wird auch bei der Mayr-Kur langsam auf die Reduktion umgestellt. Planen Sie für die Kur eine längere Zeit (rund zwei bis vier Wochen) ein. Da kein vollständiger Verzicht auf Nahrung erfolgt, ist diese Kur besonders schonend und auch für viele Menschen geeignet, die vollständiges Fasten nicht wünschen oder dürfen.

Unsere persönlichen Erfahrungen mit der Mayr-Kur haben mein Mann und ich in einem Video & Erfahrungsbericht festgehalten: Unsere Woche auf Mayr-Kur im Gesundheitshotel Spanberger.

Streng genommen sind sowohl die Mayr-Kur als auch die nachfolgenden Kuren keine Fastenkuren, da ja gegessen wird, wenn auch reduziert. Da der therapeutische Effekt aber dem des Fastens sehr ähnlich ist, werden sie meist als Fastenkuren bezeichnet und werden somit auch hier angeführt.

5. Die Schrothkur

Die Schrothkur wurde im 19. Jahrhundert von Johann Schroth entwickelt, einem Fuhrmann und Bauern. Bei der Schrothkur wird nicht komplett gefastet, aber auf eine spezielle Diät umgestellt. Da neben einer besonderen Ernährung auch Körperwickel zu dieser Art des Heilfastens gehören, wird sie normalerweise nicht Zuhause, sondern in einer Kurklinik oder einem Kurzentrum durchgeführt. Wir haben einige Hoteltests der besten Gesundheitshotels inklusive Videoberichten bereitgestellt.

Bei der Schrothkur wechselt ein „Trockentag“ mit geringer Trinkmenge mit vier „Trinktagen“ mit beliebig großer Trinkmenge ab. An den Trinktagen darf auf Wunsch sogar ein Glas Wein konsumiert werden. Währenddessen nehmen die Fastenden eine kalorienreduzierte, fettarme, vegetarische Diät mit gedünstetem Gemüse und Vollkornprodukten zu sich. In regelmäßigen Abständen werden sogenannte Dunstwickel durchgeführt, die die Entschlackung und den Stoffwechsel anregen sollen.

Eine Frau, die abgenommen hat und die Hose weghält6. Fastenkuren nach Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen (geboren 1098) kennt fast jeder als Kirchengelehrte und Autorin vieler Werke über Religion, Medizin, Heilkräuter und viele andere Themen. Auch mit dem Fasten beschäftigte sie sich und empfahl das Heilfasten zur Reinigung und Entgiftung von Körper, Geist und Seele. Hildegard von Bingen entwickelte vier unterschiedliche Fastenkuren. Da sie Dinkel als eines der wertvollsten und heilsamsten Nahrungsmittel betrachtete, ist dieser „Ur-Weizen“ oft ein Bestandteil ihrer Kuren:

  • Dinkel-Obst-Gemüse-Fasten: Dinkelbrot, Dinkelflocken, Heilkräuter, Obst und Gemüse werden in kleinen, fettarmen Mahlzeiten zubereitet. Eine sehr sanfte Fastenart. Da es um eine Ernährungsumstellung und nicht um eine starke Reduktion geht, ist eine Durchführung über lange Zeit möglich.
  • Dinkel-Reduktionskost: Hier wechselt ein Tag mit leichter, ausgewogener Ernährung (gemäß den Ernährungsregeln von Hildegard von Bingen) mit einem Dinkeltag ab, an dem nur Dinkelbrot oder bestimmte Dinkelgerichte verzehrt werden.
  • Dinkel-Brot-Fasten: Die Steigerung der ersten beiden Kuren ist der ausschließliche Verzehr von Dinkelbrot, zusammen mit Kräutertees.
  • Hildegard-Saft-Fasten (strenges Hildegard-Fasten): Die höchste Stufe des Hildegard-Fastens beinhaltet frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte, Kräutertee und Brühe, ohne jede feste Nahrung. Bereits im 12. Jahrhundert entwickelte Hildegard von Bingen also einen Vorläufer vieler heute üblicher Heilfasten-Methoden.
Auch interessant:  Was tun bei hartnäckigem Übergewicht? Im Interview: Ruediger Dahlke

7. Basenfasten

Auch beim Basenfasten wird nicht auf Nahrung verzichtet, es gehört aber durchaus zu den therapeutischen Fastenarten. Beim Basenfasten werden üblicherweise drei Mahlzeiten eingenommen. Allerdings wird der Fokus auf basische Lebensmittel wie Obst und Gemüse gelegt. Auf säurebildende Nahrungsmittel und Gewohnheiten wird verzichtet. Zusätzlich können Basenpulver, Leberwickel, Basenbäder, Massagen und viel Bewegung den Effekt der Entsäuerung unterstützen.

Welche Lebensmittel und Gewohnheiten in unserem Körper basisch bzw. säurebildend wirken und wie Sie Ihren Säure-Basen-Haushalt optimal ausbalancieren, erkläre ich in diesem Artikel inkl. Video: Säure-Basen-Haushalt

8. Intermittierendes Fasten

Eine spezielle Variante des Heilfastens ist das intermittierende Fasten. Hier macht man sich kurzfristige Veränderungen des Stoffwechsels durch den Verzicht auf Nahrung zunutze. Diese setzen bereits ein, wenn der Körper für mindestens 14-16 Stunden keine Kalorien aufnimmt. Studien zeigen, dass intermittierendes Fasten Diabetes, Alzheimer, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere chronische Krankheiten positiv beeinflussen oder verhindern kann.

Beim intermittierenden Fasten wird zwischen zwei Mahlzeiten eine Pause von mindestens 16, besser 18 Stunden eingelegt. Das lässt sich umsetzen, indem zum Beispiel nur zwei Mahlzeiten um 12 und 18 Uhr eingenommen werden. Alternativ können auch ein bis zwei Fastentage pro Woche eingelegt werden.

Mein Mann und ich betreiben das intermittierende Fasten, oder auch Kurzzeitfasten genannt, schon seit einiger Zeit und können es wunderbar in unseren Alltag integrieren. Wir haben großartige Erfahrungen damit gemacht und auch einen Artikel inkl. Videointerview mit Dr. Ruediger Dahlke dazu veröffentlicht: Gesund durch Kurzzeitfasten

Fazit

Wählen Sie die Fastenart, die am besten zu Ihnen passt und mit der Sie sich wohlfühlen. Lassen Sie sich am besten vorher gesundheitlich durchchecken, vor allem wenn Sie ohne Begleitung eines Fastenarztes fasten möchten. Hier im Heilfasten-Portal finden Sie viele hilfreiche Informationen zur Auswirkung von Fastenkuren auf Körper und Geist und zum genauen Ablauf des Heilfastens mit den Entlastungstagen, der Darmeinigung, dem Fastenbrechen und den Aufbautagen.

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Quellenangaben

  • Anton SD, et al. Flipping the Metabolic Switch: Understanding and Applying the Health Benefits of Fasting. Obesity (Silver Spring). 2017 [Epub ahead of print]
  • Golbidi S, et al. Health Benefits of Fasting and Caloric Restriction. Curr Diab Rep. 2017 Oct 23;17(12):123.
  • Michalsen A, Li C. Fasting therapy for treating and preventing disease – current state of evidence. Forsch Komplementmed. 2013;20(6):444-53.
  • Horne BD, et al. Randomized cross-over trial of short-term water-only fasting: metabolic and cardiovascular consequences. Nutr Metab Cardiovasc Dis. 2013;23(11):1050-7.
  • Barnosky AR, et al. Intermittent fasting vs daily calorie restriction for type 2 diabetes prevention: a review of human findings. Transl Res. 2014;164(4):302-11.
  • Zhang J, et al. Intermittent Fasting Protects against Alzheimer’s Disease Possible through Restoring Aquaporin-4 Polarity. Front Mol Neurosci. 2017;10:395.
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