Eine Waage aus Stein als Symbol für den Säure Basen Haushalt

Säure-Basen-Haushalt

In Fasten & Gesundheit by Sandra M. Exl7 Comments

Der Säure-Basen-Haushalt ist ein sehr zentrales Thema in der ganzheitlichen Ernährungslehre. Viele Beschwerden der zivilisierten Gesellschaft werden auf eine chronische Übersäuerung des Organismus zurückgeführt. Übersäuerung entsteht in erster Linie durch zu viel tierisches Eiweiß und die Überzahl an industrialisierten Nahrungsmitteln. Auch der extreme Bewegungsmangel und ein sehr stressiger Lebenswandel sind Ursachen eines unausgeglichenen Säure-Basen-Haushalts.

Damit unser Stoffwechselgeschehen reibungslos funktioniert, muss in unseren Körperzellen und Körperflüssigkeiten ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Säuren und Basen herrschen. Unser Blut beispielsweise hat einen ph-Wert von 7,36 - 7,44. Der pH-Wert gibt auf einer Skala von 0 bis 14 an, wie sauer oder basisch eine wässrige Lösung ist. Dabei bedeutet 0 extrem sauer, 7 neutral und 14 extrem basisch. Der ph-Wert des Bluts darf sich nur sehr geringfügig verschieben (siehe oben), sonst kommt es zu immensen Störungen des Gesamtstoffwechsels. Weil ein konstantes Säure-Basen-Milieu so elementar wichtig ist, gibt es im Körper eine Reihe an Puffersystemen, die pH-Veränderungen gut auffangen können. In erster Linie sind es Lunge und Nieren, die für den Ausgleich von Säuren und Basen sorgen. Aber auch durch die Pufferfunktionen der Leber, Haut und des Darms wird für ein stabiles Gleichgewicht gesorgt. Zudem dient das Bindegewebe zwischen den Zellen als Säurespeicher. Unsere Knochen sind ein Mineralstoffreservoir, aus dem bei Bedarf Basen abgezogen werden. So kommt es bei anhaltender Übersäuerung zur Entmineralisierung der Knochen, was einen erheblichen Faktor für Osteoporose darstellt. Unser Organismus kann sporadische Extreme in der Ernährung und im Lebenswandel durch seine vielen Regulationsmechanismen gut bewältigen. Jedoch ist er für unseren unnatürlichen Lebensstil, der aber weithin als „normal“ gilt, auf Dauer nicht gewappnet. Wir bekommen es aber ohnehin zu spüren, wenn sich die Puffersysteme unseres Körpers in permanenter Überlastung befinden.

Zeichen einer chronischen Übersäuerung:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Leistungsschwäche und Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Bluthochdruck
  • Psychisches Unwohlsein
  • Nervosität und Unruhezustände
  • Unausgeglichenheit
  • Darmprobleme
  • Muskel- und Gelenkbeschwerden
  • Rheuma und Gicht
  • Osteoporose
  • Chronische Hautleiden
  • Mangelnde Spannkraft der Haut und des Bindegewebes
  • Verlangsamter Stoffwechsel und hartnäckiges Übergewicht

Wenn diese Anzeichen ignoriert werden oder nur oberflächliche Symptombehandlung betrieben wird, kommt es früher oder später mit hoher Wahrscheinlichkeit zu massiven Entgleisungen, die mitunter auch Ursache für Herzinfarkt und Schlaganfall sowie Krebs sein können.

„Krankheiten befallen uns nicht aus heiterem Himmel, sondern entwickeln sich aus täglichen Sünden wider die Natur. Wenn sich diese gehäuft haben, brechen sie unversehens hervor“ HIPPOKRATES

Was Hippokrates bereits 400 v. Chr. erkannte, äußert die Wissenschaft von heute so: zu etwa 25% ist Gesundheit bzw. Krankheit genetisch determiniert und zu etwa 75% bestimmt unsere Lebensweise, wie sich Körper und Psyche über all die Lebensjahre hinweg entwickeln. Wir sollten es als große Chance wahrnehmen, durch unsere Lebensweise sowohl unseren Körper als auch unser Leben in so großem Maße formen zu können.

Übersäuerung durch ungesunde Lebensführung

Wie bereits erwähnt, wird eine Übersäuerung des Organismus im Wesentlichen durch den Konsum säurebildender Nahrungsmittel und einer belastenden Lebensweise gefördert. Im Folgenden finden Sie eine Tabelle über basenbildende und säurebildende Lebensmittel (1)

Basenbildende Lebensmittel

Jedes sonnengereifte Obst, wie zum Beispiel:

  • Äpfel
  • Ananas
  • Aprikosen
  • Avocado
  • Bananen
  • Birnen
  • Datteln
  • Erdbeeren
  • Feigen
  • Heidelbeeren
  • Himbeeren
  • Honigmelonen
  • Johannisbeeren (rot, weiß, schwarz)
  • Kirschen (sauer, süß)
  • Kiwis
  • Mangos
  • Mirabellen
  • Nektarinen
  • Oliven (grün, schwarz)
  • Papayas
  • Pfirsiche
  • Pflaumen
  • Preiselbeeren
  • Quitten
  • Reineclauden
  • Stachelbeeren
  • Sternfrüchte
  • Wassermelonen
  • Weintrauben (weiß, rot)
  • Zitrusfrüchte (z. B. Mandarinen, Orangen, Zitronen)
  • Zwetschgen

Alle Gemüsearten, wie zum Beispiel:

  • Algen (z. B. Nori, Wakame,
  • Hijiki)
  • Artischocken
  • Auberginen
  • Bleichsellerie (Staudensellerie)
  • Blumenkohl (Karfiol)
  • Bohnen, grün
  • Brokkoli
  • Chicoree
  • Chinakohl
  • Erbsen, frisch
  • Fenchel
  • Frühlingszwiebeln
  • Grünkohl
  • Gurken
  • Karotten
  • Kartoffeln
  • Knoblauch
  • Kohlrabi
  • Kürbisarten
  • Lauch (Porree)
  • Mangold
  • Paprika
  • Pastinaken
  • Petersilienwurzel
  • Radieschen
  • Rettich
  • Romanesco
  • Rosenkohl (Kohlsprossen)
  • Rote Beete
  • Rotkohl
  • Schalotten
  • Schwarzwurzel
  • Spargel
  • Spitzkohl
  • Süßkartoffeln
  • Tomate (roh)
  • Weißkohl
  • Wirsing
  • Zucchini
  • Zwiebeln

Alle essbaren Pilze, wie zum Beispiel:

  • Austernpilze
  • Champignon
  • Morchel/Mu-Err-Pilze
  • Pfifferlinge (Eierschwammerl)
  • Shiitake
  • Steinpilze
  • Trüffel

Alle Kräuter, Gewürze und Blattsalate, wie zum Beispiel:

  • Basilikum
  • Bohnenkraut
  • Borretsch
  • Brennnessel
  • Brunnenkresse
  • Chinakohl
  • Chicoree
  • Chilischoten
  • Dill
  • Eichblattsalat
  • Eisbergsalat
  • Endivien
  • Feldsalat
  • Fenchelsamen
  • Friseesalat
  • Gartenkresse
  • Ingwer
  • Kapern
  • Kardamom
  • Kerbel
  • Koriander
  • Kopfsalat
  • Kresse
  • Kreuzkümmel
  • Kümmel
  • Kurkuma (Gelbwurz)
  • Lattich
  • Liebstöckel
  • Löwenzahn
  • Majoran
  • Meerrettich
  • Melde (spanischer Spinat)
  • Melisse
  • Muskatnuss
  • Nelken
  • Oregano
  • Petersilie
  • Pfeffer (alle Arten)
  • Pfefferminze
  • Piment
  • Rosmarin
  • Rucola (Rauke)
  • Safran
  • Salbei
  • Sauerampfer
  • Schnittlauch
  • Schwarzkümmel
  • Sellerieblätter
  • Thymian
  • Vanille
  • Wildpflanzen/Wildkräuter
  • Ysop
  • Zimt
  • Zitronenmelisse
  • Zuckerhut

Alle Sprossen und Keimlinge, wie zum Beispiel:

  • Alfalfa-Sprossen
  • Bockshornklee-Sprossen
  • Braunhirse-Sprossen
  • Broccoli-Sprossen
  • Dinkelkeimlinge
  • Gerstenkeimlinge
  • Hirse-Sprossen
  • Leinsamen-Sprossen
  • Linsen-Sprossen
  • Mungobohnen-Sprossen
  • Radieschen-Sprossen
  • Rettich-Sprossen
  • Roggenkeimlinge
  • Rotkohl-Sprossen
  • Rucola-Sprossen
  • Senf-Sprossen
  • Sonnenblumenkern-Sprossen
  • Weizenkeimlinge

Nüsse und Samen:

  • Erdmandeln
  • Mandeln
  • Mandelmus
  • Maroni (Esskastanien)

Getränke:

  • Selbstgemachte Obst- und Gemüsesäfte oder Smoothies
  • Kräutertees
  • Wasser mit einem Spritzer Bio-Apfelessig
  • Zitronenwasser (ein Glas Wasser mit dem Saft einer Zitrone)

Eiweiß:

  • Lupinenmehl

Nudeln:

Säurebildende Lebensmittel

Es ist zu beachten, dass säurebildende Lebensmittel nicht per se schlecht sind. Ganz im Gegenteil, es gibt zahlreiche sehr gesunde Säurebildner mit wertvollen Inhaltsstoffen.

Gute Säurebildner

  • Bio-Getreide wie Dinkel, Kamut, Hafer, Mais, Hirse, Reis usw.
  • Getreideprodukte wie Bulgur und Couscous, aber aus Dinkel, nicht aus Weizen
  • Pseudogetreide wie Quinoa, Amaranth und Buchweizen
  • Hülsenfrüchte wie Käferbohnen, Linsen, Kichererbsen und Erbsen
  • Kakaopulver in hoher Qualität sowie selbst gemachte Schokolade
  • Nüsse wie Walnüsse, Haselnüsse, Macadamianüsse, Paranüsse usw.
  • Ölsaaten wie Leinsaat, Sesam, Hanfsaat, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Mohn usw. (Tipp: lässt man die Saaten keimen, werden sie – je nach Keimdauer – basisch)
  • Pflanzliche Proteinpulver (wenn ein Proteindefizit besteht) wie z. B. Hanfprotein, Reisprotein und Erbsenprotein
  • Tierische Produkte aus biologischer Landwirtschaft in überschaubaren Mengen (z. B. Bio-Eier oder Fisch aus Bio-Aquakultur)
  • Tofu (nur Bio) und hochwertige fermentierte Bio-Sojaprodukte wie Miso und Tempeh
  • Grüntee (richtig zubereitet– bei niedrigen Temperaturen und kurzer Ziehdauer)
  • Trinkschokolade (selbst gemacht, z. B. aus Mandelmilch und Rohkost-Kakaopulver)
  • Was Alkohol und Kaffee betrifft, kann man sie nicht eindeutig den guten oder schlechten Säurebildnern zuordnen, denn es kommt vor allem auf die Menge an, ob sie die Gesundheit schädigen oder ihr sogar zuträglich sind. So können 2 Gläschen Rotwein in der Woche durchaus Positives bewirken und auch über den mäßigen Genuss von schwarzem Kaffee gibt es sehr positive Studienergebnisse.
Auch interessant:  Gesund durch Kurzzeitfasten/intermittierendes Fasten inkl. Interview mit Rüdiger Dahlke

Schlechte Säurebildner

  • Eier aus konventioneller Landwirtschaft
  • Fertigprodukte aller Art (insbesondere solche aus konventioneller Erzeugung)
  • Fisch und Meeresfrüchte aus konventioneller Aquakultur oder aus belasteten Regionen stammend
  • Fleisch aus konventioneller Landwirtschaft
  • Fleischbrühe, Wurstwaren, Schinken
  • Milchprodukte wie Topfen, Joghurt, Kefir und alle Käsesorten, auch von Schaf und Ziege, gerade auch alle fettarmen Milchprodukte. Ausnahme: Butter, Ghee und Sahne (in Bio-Qualität), die neutral eingestuft werden
  • Essig (Weinessig, Balsamico – Ausnahme: naturtrüber Apfelessig)
  • Getreideprodukte aus Auszugsmehlen (Back- und Teigwaren wie Kuchen, Gebäck, Nudeln, manche Frühstückscerealien wie z. B. Cornflakes, Fertigmüslis, Crispies, Crunchys usw.)
  • Ketchup (Ausnahme: selbst gemachtes Ketchup z. B. aus Tomaten und Datteln)
  • Sauerkonserven
  • Senf (Ausnahme: hochwertiger Bio-Senf ohne säurebildende Zusätze)
  • stark verarbeitete Sojaprodukte, insbesondere das texturierte Sojaprotein, das mit TVP abgekürzt wird und in getrockneter Form als Grundlage für Faschiertes- (Hackfleisch-)Ersatz, Gulaschersatz o. ä. angeboten wird
  • Süßungsmittel und Zucker sowie sämtliche Produkte, die Zucker enthalten
  • Limonaden, Cola, Eistee, Fruchtsaft aus Konzentrat, Isodrinks, Proteindrinks, gezuckerte Milchshakes usw.
  • generell kohlensäurehaltige Getränke
  1. Quelle http://www.zentrum-der-gesundheit.de/saure-und-basische-lebensmittel.html

Entsäuerung des Körpers

Eine sehr gute Möglichkeit, eine gründliche und umfassende Entsäuerung einzuleiten, ist eine Heilfastenkur. Die dafür nötigen Informationen finden Sie in den entsprechenden Fachartikeln hier im Heilfastenportal.

Nach einer solchen Fastenkur werden Sie sich wesentlich vitaler und wacher fühlen, denn ihr Körper konnte sich in dieser Entlastungszeit vieler schädlicher Substanzen entledigen und auf vielen Ebenen wieder ein Gleichgewicht herstellen oder zumindest damit beginnen.

Das Gefühl von Leichtigkeit und Frische sollten Sie nun als Motivation nutzen, auf eine vorwiegend basische Ernährung umzustellen. Das Verhältnis zwischen basischen und säurebildenden Lebensmitteln sollte 80 : 20 betragen. Es gibt sehr gute Rezepte, angefangen beim basischen Müsli am Morgen, über köstliche Hauptgerichte bis hin zu süßen Leckereien, die Ihrem Körper die nötigen Basen liefern. Man muss sich nur informieren, sich jene Dinge herauspicken und zur Gewohnheit machen, die man mag und die einem gut tun. Abgesehen von der Ernährung können Sie Ihren Säure-Basen-Haushalt durch folgende Dinge optimieren:

  • Achten Sie auf eine tiefe Atmung und versuchen Sie mindestens zwei Mal am Tag an der frischen Luft außer Atem zu kommen. Über die Lunge können überschüssige Säuren gut abgebaut werden. Regelmäßige Bewegung führt Sie zu körperlichem und psychischem Wohlbefinden, und zwar zum Nulltarif. Ein täglicher flotter Spaziergang kostet nichts, doch macht einen großen Unterschied.
  • Gehen Sie regelmäßig in die Sauna
  • Machen Sie Bäder mit Basensalzen oder gönnen Sie sich zumindest basische Fußbäder
  • Entspannen Sie bei regelmäßigen Körper- oder Fußreflexzonenmassagen

Sie sehen, es sind keine unangenehmen Dinge, die Sie sich für mehr Gesundheit und Wohlbefinden aneignen müssen. Es braucht nur etwas Disziplin und den Willen, Ihre Situation zu verbessern. Wenn Sie es erst mal zur Gewohnheit gemacht haben, werden Sie sowohl ihre Ernährung als auch Ihre Beweglichkeit und Wellnessmaßnahmen lieben.

Mein Geschenk an Sie

Leitfaden zur Darmsanierung

Für jene Menschen, die selbständig eine Darmsanierung durchführen wollen, habe ich einen Leitfaden zusammengestellt, in dem ich beschreibe, wie Sie die problematischen Beschwerden loswerden können. Sie finden darin auch Tipps, wie Sie in weiterer Folge, Ihren Darm gesund halten und die Darmflora pflegen können. Die Abonnenten des Heilfasten-Portals (das Abo ist kostenlos) können diesen Leitfaden gratis herunterladen. Hier können Sie sich eintragen, wenn Sie über neue Artikel am Heilfasten-Portal informiert werden wollen, inklusive Gratisdownload des Leitfadens zur Darmsanierung.

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Meine Literaturempfehlung zum Thema Säure-Basen-Haushalt

 

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Sandra M. Exl

Gründerin bei Two Wings
Sandra M. Exl ("Lana") ist freie Journalistin, Biologin und Fastenbegleiterin. Sie schreibt über die Vorzüge des Heilfastens, Gesundheitsthemen und besucht gerne interessante Menschen und Orte. Außerdem bloggt Sandra auf https://lanalifestyle.com über vegetarische & weizenfreie Rezepte und ihr Leben.

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