Eine Frau, die sich den Bauch hält, sie hat Darmbeschwerden

Essen oder Fasten bei Krankheiten?

In Fasten & Gesundheit by Sandra M. Exl

Artikel aktualisiert am 08.02.2019

Fasten bedeutet bei weitem mehr als nur Nahrungsverzicht. Viele Forschungsstudien und Untersuchungen haben sich mit den positiven gesundheitlichen Auswirkungen einer Fastenkur beschäftigt und konnten aufzeigen, dass Fasten sogar den Verlauf vieler Erkrankungen positiv beeinflussen kann.

Selbstverständlich ist Essen von zentraler Bedeutung für unseren Körper, damit er leistungsfähig bleibt und seinen internen Funktionsabläufen ordnungsgemäß nachkommen kann. Durch die tägliche Nahrungszufuhr bekommt der Körper alle benötigten Nähr- und Mineralstoffe sowie Vitamine und Spurenelemente. Essen kann jedoch den menschlichen Organismus auch sehr belasten, insbesondere dann, wenn über längere Zeit hinweg eine einseitige und unausgewogene Ernährungsweise gepflegt wird. Hier kann eine Fastenkur als wertvolle Detox-Maßnahme wirken: Der Körper wird entgiftet, auf natürlich-sanfte Weise von Schadstoffen befreit, welche sich, unter anderem, im Bindegewebe absetzen. Somit werden die Körperorgane wirksam dabei unterstützt, sich zu regenerieren.

Warum fasten Menschen? – Ursachen und Beweggründe

Zum einen fasten sehr viele Menschen aus religiösen Gründen. Jährlich beginnt am Aschermittwoch die österliche Fastenzeit, in welcher Christen weitestgehend auf Nahrung verzichten. Dieses religiöse Fasten ist dem Fasten Jesu Christi nachempfunden, der 40 Tage lang ohne jegliche Nahrung die Wüste durchquerte. Die Fastenzeit soll die Sinne schärfen und die Menschen dazu ermutigen, sich mit ihrem eigenen Lebensweg intensiver auseinanderzusetzen. So ist das Fasten aus religiösem Gesichtspunkt betrachtet eine Zeit der Besinnung.

Auch in der islamischen Religion ist das Fasten ein zentraler Bestandteil: Der Fastenmonat Ramadan bildet eine der fünf Säulen der Religion. In der jüdischen Religion gibt es sogar mehrere Fastenzeiten, die jede für sich an einen anderen Geschichtsabschnitt des Volkes erinnern soll.

Zum anderen fasten Menschen aus gesundheitlichen Gründen. Hier stehen die Entgiftung und Reinigung des Körpers im Vordergrund. Vor allem die Entgiftungsorgane wie die Leber oder die Nieren können durch ein falsches Essverhalten belastet und übersäuert sein. Fasten hilft dem Körper effizient dabei, sich zu regenerieren. Es schenkt neue Energie, reinigt den Körper von innen heraus und beflügelt ihn: Das Hautbild wird geklärt und die Hautelastizität gefördert. Zudem kann eine Fastenkur Beschwerden wie Migräne, Kopf-, Gelenk- und Gliederschmerzen sehr positiv beeinflussen. Auch eine Gewichtsreduktion ist im Rahmen einer Fastenkur möglich, auch wenn diese nicht im Vordergrund der Fastenbemühungen stehen sollte. In diesem Zusammenhang ist es jedoch grundlegend wichtig, nach der Fastenperiode auf eine gesunde und vollwertige Ernährungsweise zu achten.

Im folgenden Video spreche ich mit Dr. Ruediger Dahlke, dem bekannten Fastenarzt und Autor, über die Gründe, warum Menschen fasten:

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Grundsätzlich bereichert die Fastenzeit also den menschlichen Körper. Ein allgemeines Unwohlsein oder gar ein akuter Krankheitsfall treten nur äußerst selten ein. Wir zeigen Ihnen hier, was Sie tun können, wenn es doch einmal so weit kommt.

Essen oder Fasten bei Krankheiten?

Die bewusst gewählte und reduzierte Nahrungszufuhr auf bestimmte Zeit ist eine der besten Maßnahmen, um das Immunsystem anzukurbeln und so gegen vielerlei Erkrankungen vorzubeugen.  Ich selbst war vor meiner Entdeckung des Fastens sehr anfällig für jegliche Art von Erkältungskrankheiten. Manchmal hatte ich zwei- bis dreimal im Jahr Halsweh, Schnupfen, Husten oder Ähnliches. Nach meinen ersten beiden Fastenkuren viel mir auf, dass ich ein völlig gesundes Jahr hinter mir hatte – ein absolutes Novum für mich.

Es gibt auch unter Fachleuten keinen Zweifel, dass Fasten eine hervorragende Krankheitsprävention darstellt. Wie ist es aber bei bestehenden Infektionskrankheiten? Bei Krankheitssymptomen wie Kreislaufproblemen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Fieber und Gliederschmerzen fragen sich viele Menschen, ob Essen oder doch lieber Fasten das Richtige ist.

Grundsätzlich kommt es wesentlich auf die vorliegende Erkrankung an. Es gibt ein Sprichwort aus England, das heißt: “Den Schnupfen soll man füttern, das Fieber aushungern.” Für diese traditionelle Therapie-Empfehlung gibt es tatsächlich auch wissenschaftliche Hinweise. Holländische Forscher haben die Vermutung aufgestellt, dass bei Bakterien fasten und bei Viren essen ratsam ist.  Es konnte nachgewiesen werden, dass Essen und Fasten das Immunsystem auf unterschiedliche Weise stimulieren. Durch eine Mahlzeit schüttet unser Körper Botenstoffe aus, die für den Kampf gegen Viren, also auch gegen Schnupfen, bedeutsam sind. Der Nahrungsverzicht hingegen stärkt unsere Abwehrkräfte im Kampf gegen Bakterien. Häufig geht eine bakterielle Infektion mit Fiber einher – so stimmt dies mit dem Sprichwort überein. Es sind hier jedoch noch weitere Untersuchungen nötig, um diese Empfehlung zu untermauern. Grundsätzlich ist der eigene Appetit während einer Erkrankung ein sehr guter Indikator, ob der Körper für die Genesung Nahrungskarenz oder Essen benötigt.

Fasten bei Magen-Darm-Erkrankungen

Viele Menschen nehmen eine Magen-Darm-Erkrankung zum Anlass für eine Fastenkur. Verdauungsbeschwerden wie Sodbrennen, Bauchkrämpfe oder plötzlicher Durchfall sind eine echte Belastung für den gesamten Organismus. Eine bewusste Reduktion der Nahrungszufuhr entlastet den Körper und befreit ihn wirksam vor schädlichen Stoffen und Substanzen.

Wir selbst hatten vor einem Jahr eine Fischvergiftung und konnten in den ersten beiden Tagen ohnehin nichts essen, da uns unsagbar übel war. Wir nahmen allerdings vom ersten Tag an ein Kieselsäure-Gel zur Giftstoff- und Bakterienbindung (Enterosgel haben wir immer zu Hause) ein, welches uns rasch wieder fit machte. Außerdem fasteten wir eine Woche weiter, da wir das Gefühl hatten, unseren Darm damit bei der Genesung zu unterstützen. Es wäre nicht vernünftig, das marode Organ gleich wieder zur Arbeit zu zwingen. Es sollte Zeit zur Heilung bekommen.

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Wie kann eine Fastenkur bei diversen Krankheitsbildern helfen?

Wer mit einer akuten Infektion kämpft oder Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Konzentrationsstörungen und ein erhöhtes Kälteempfinden verspürt, kann das Fasten auch brechen oder zumindest die Fastenregeln ein wenig lockern. In einigen Fällen kann es sogar ratsam sein, Medikamente oder entzündungshemmende pflanzliche Präparate wie z.B. eine Kombination aus OPC und Resveratrol* oder Kumin* einzunehmen, um den Körper bei der Ausheilung der Entzündung zu unterstützen. In einem solchen Fall ist es aber immer grundlegend wichtig, Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder einem Apotheker zu halten.

Eine Fastenkur kann jedoch auch viele Erkrankungssymptome mildern und sich somit positiv auf das gesamte Krankheitsbild auswirken. In diesem Zusammenhang ist vom Heilfasten die Rede, denn die Stoffwechselumstellung, die sich durch das Fasten einstellt, kann viele Entzündungsprozesse positiv beeinflussen.

Erkrankungen wie Rheuma, Arthritis oder Diabetes lassen sich durch eine bewusste Fastenkur oftmals sehr positiv beeinflussen. Die Entzündungswerte können dadurch oft in normale Bahnen gelenkt werden. Ein Nahrungsverzicht oder zumindest eine drastische Einschränkung der täglichen Kalorienmenge kann auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich mindern. Sehr positive Resultate konnten auch bei Epilepsiepatienten beobachtet werden, die eine Fastenkur durchführten. Bei welchen weiteren Leiden das Fasten angezeigt sein kann, lesen Sie im Artikel Indikationen des Fastens.

Gesundes Fasten – Welche Methode ist für mich geeignet?

Es gibt verschiedene Konzepte und Methoden des Fastens. Unumstritten ist, dass Fasten sehr viele Vorteile für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen mit sich bringt, doch es ist grundlegend wichtig, die passende Fastenmethode zu finden. Ob Wasserfasten, Basenfasten, Heilfasten nach Buchinger, eine Schrothkur oder ein alternatives Fastenkonzept die richtige Wahl ist, muss individuell entschieden werden. Des Weiteren gibt es Personengruppen, die auf eine Fastenkur unbedingt verzichten sollten so beispielsweise Menschen mit einer Nieren- oder Leberinsuffizienz oder Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit. Dazu mehr im Artikel Kontraindikationen des Fastens. Die Fastenzeit soll den Körper bereichern und ihm auf keinen Fall einen Schaden zufügen.

Die Fastenzeit ist keine Radikaldiät und darf als solche auch niemals betrachtet werden. Diät-Fastenkuren sind für den Organismus ein enormer Stressfaktor, der sogar zu Kreislaufproblemen oder unerwünschten Heißhungerattacken führen kann. Wer nachhaltig Gewicht reduzieren möchte, muss eine Ernährungsumstellung anstreben und dem Körper alle wichtigen Nährstoffe in der benötigten Menge zur Verfügung stellen. Eine Fastenkur kann aber dazu dienen, den Körper auf die neue Ernährung einzustellen und auf eine bewusstere Ernährung zu sensibilisieren.

Ganz egal, welche Fastenmethode letztendlich gewählt wird: Ausreichend Flüssigkeit ist immer die absolute Basis eines jeden Konzeptes! Zudem sollte die Fastenkur über einen geeigneten Zeitraum erfolgen. Ein zu langer Nahrungsverzicht kann nämlich die Darmflora verändern und sie infolgedessen anfälliger für Krankheitserreger werden lassen.

Wer eine Fastenkur beginnen möchte, sollte im Idealfall vorab einen Arzt konsultieren und das Vorhaben gemeinsam besprechen. Auch die Begleitung durch einen Fastenexperten kann sehr sinnvoll sein.

Meine Literaturempfehlung zu Heilfasten und Fastenmethoden

Gerne empfehle ich folgende Bücher, um mehr über gesundheitlichen Vorteile des Fastens und die verschiedenen Fastenmethoden zu erfahren:

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Quellenangaben

Im Internet: https://www.fitforfun.de/gesundheit/detox-mehr-energie-als-je-zuvor_aid_10883.html

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Bildquellen

  • Präbiotika zum Abnehmen: TijanaM | Shutterstock.com
  • Fasten bei Krankheiten: F.Schmidt | Shuttersock.com