Eine Kaffeetasse mit Kaffee, der Autophagie auslöst

Autophagie – Entschlackung der Zellen

In Fasten & Gesundheit by Sandra M. Exl10 Comments

Autophagie oder Autophagozytose (von altgriechisch autós „selbst“, phagein „fressen“ und cýtos „Zelle“) ist einer der wichtigsten Prozesse im menschlichen Körper, um die Zellen gesund und leistungsfähig zu halten. Es ist eine Art Selbstverdauungsprogramm, das die Zellen reinigt und entgiftet.

Mit diesem Prozess bauen unsere Körperzellen eigene unbrauchbare Bestandteile, wie z. B. fehlgefaltete Proteine und beschädigte Zellbestandteile ab. Unsere Zellen verwerten diese, um neue Bausteine zu generieren bzw. nutzen diese als Brennstoff, ähnlich der Energiegewinnung aus Fettreserven bei einem Kaloriendefizit. Ohne Autophagie lagert sich dieser zelluläre Müll in der Zelle ab und behindert über kurz oder lang die reibungslose Funktionsweise der Zelle.

Autophagie ist also einerseits ein Notfallsystem in Hungerperioden und gleichzeitig auch ein essentieller Prozess für die Reinigung und Erneuerung der Zellen. Dieser Vorgang ist es auch, den man meint, wenn man von „Entschlackung“ spricht. Funktionierende Autophagie stellt einen Schutz vor Krankheiten wie Krebs, Demenz, Herzkrankheiten und bakteriellem Befall dar. Entartete Zellen, Ablagerungen und bösartige Bakterien haben schlechte Chancen, sich anzuhäufen, da sie gleich im Anfangsstadium abgebaut werden.

Eine MausAus unserem Experiment mit den Mäusen geht deutlich hervor, dass längere Abstände zwischen den Mahlzeiten einen ganz erheblichen Vorteil auf die Vitalität und Lebensspanne des Organismus haben. Studien belegen, dass all die positiven Auswirkungen dieses Kurzzeitfastens auch für den menschlichen Organismus gelten. Die Erklärung ist folgende: zu häufiges Essen hemmt den Selbstreinigungsprozess der Zelle. Die Zelle „vermüllt“ regelrecht, wenn die Autophagie durch ständigen Energienachschub von außen verhindert wird. Der konstant erhöhte Insulinspiegel scheint hier das Hemmnis zu sein. Insulin fördert die Speicherung von Nährstoffen in körpereigene Energiereserven. Bei dauernder Insulinausschüttung erhält der Körper ständig das Signal, dass ausreichend Energie von außen zugeführt wird und somit keine Selbstverdauung notwendig ist. Die Energiereserven werden nicht angezapft, sondern bleiben erhalten. Es kommt zur Anhäufung von Schadstoffen, was umgangssprachlich oft als „Verschlackung“ bezeichnet wird und gleichzeitig besteht ein sehr hohes Risiko für Übergewicht. Das häufige Essen in kurzen Abständen ist aus Sicht der Evolution völlig unnatürlich. Unser Körper ist erst seit relativ kurzer Zeit in der Menschheitsentwicklung damit konfrontiert. Der Mensch als Jäger und Sammler hatte immer kürzere oder längere Perioden des Nichtessens, in denen er oft viele Kilometer zurücklegen musste, um wieder auf Nahrung zu stoßen. Unser Stoffwechsel und Verdauungsapparat ist auf diese Lebensweise ausgerichtet – Bewegung kombiniert mit immer wiederkehrenden Phasen des Nichtessens. Unter diesen Umständen kann die Selbstreinigung vollzogen werden und „Verschlackung“ sowie Übergewicht haben keine Chance. Man nimmt an, dass der Prozess der Autophagie ab einem Zeitraum von 14-17 Stunden des Kalorienverzichts beginnt.

Was fördert die Autophagie in unseren Zellen?

  1. Phasen des Fastens (ab ca. 14 bis 17 Stunden)
  2. Kalorienrestriktion (chronisches leichtes Kaloriendefizit bei ausgewogener Ernährung)
  3. Sport (sowohl Kraft- als auch Ausdauersport)
  4. Manche Nahrungsmittel und Substanzen: Grazer Forschern ist es  gelungen, Nahrungsmittel und Substanzen zu identifizieren, die die zelluläre Müllabfuhr anschalten, obwohl der Organismus isst.

Kaffee

Kaffee ist zum Beispiel ein Autophagie-Auslöser, bestätigen die Wissenschaftler.

Der wohlschmeckende Muntermacher ist mit einem pro Kopf-Verbrauch von rund 160 Litern jährlich in Österreich ein sehr beliebtes Getränk. Studien belegen, dass Kaffee bei verschiedenen metabolischen Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes oder Störungen des Fettstoffwechsels, äußerst positive Auswirkungen hat.

Innerhalb von einer bis vier Stunden nach dem Konsum von Kaffee kommt es zu einer starken Ankurbelung der Autophagie in allen untersuchten Organen. Dies gilt auch für entkoffeinierten Kaffee, das heißt, es liegt nicht am Koffein sondern man vermutet, dass sekundäre Pflanzenstoffe, sogenannte Polyphenole im Kaffee, diese Wirkung haben. Aber Vorsicht: tierisches Eiweiß hemmt die Autophagie wiederum, also keine Kuhmilch in den Kaffee geben! Nur schwarz oder mit einer pflanzlichen Alternative wie z. B. Mandelmilch genossen, fördert Kaffee die Selbstreinigung der Zellen.

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Spermidin

Spermidin ist eine Substanz, mit deren Entdeckung Grazer Wissenschaftler weltweit eine Welle von Anti-Aging Studien ausgelöst haben. Spermidin kommt in allen lebenden Organismen vor und spielt eine sehr wichtige Rolle beim Zellwachstum. Die Konzentration an körpereigenem Spermidin nimmt mit zunehmendem Alter ab, so beginnt die Verringerung in der menschlichen Haut mit etwa 30 Jahren. Spermidin wurde in sehr hoher Konzentration in der männlichen Samenflüssigkeit entdeckt, wo sie auf die Samenzellen lebensverlängernd wirkt. Des Weiteren kommt es auch in vielen Lebensmitteln vor, wie z. B. in Weizenkeimen, frischem grünem Pfeffer, Pilzen, Sojabohnen (v. a. fermentiert), Zitrusfrüchte (v. a. Grapefruit). Wenn man Zellen Spermidin von außen zuführt, verhalten sie sich wie beim Fasten: sie kurbeln die Autophagie kräftig an. Alternde Zellen und Organismen werden verjüngt und leben länger. Hefezellen, die in einem spermidinreichen Medium kultiviert wurden, lebten viermal und menschliche Immunzellen dreimal länger. Fruchtfliegen und Würmer, denen eine spermidinreiche Kost verabreicht wurde, hatten eine um 30 Prozent verlängerte Lebenszeit. Auch Mäuse lebten signifikant länger und zeigten weniger Alterserscheinungen – sie erhielten Spermidin mit dem Trinkwasser. Der Vorteil dieses Kleinmoleküls ist, dass es sehr stabil ist, man kann es oral einnehmen, es kommt in allen Organen unverändert an und wird nicht von der Magensäure zerlegt. Durch seine lebensverlängernde Wirkung ist Spermidin ein großes Thema in der Ani-Aging-Forschung und auch bei der Entwicklung von Medikamenten gegen ernsthafte Krankheiten.

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Meine Literaturempfehlung zum Thema Autophagie und Kurzzeitfasten

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Sandra M. Exl

Gründerin bei Two Wings
Sandra M. Exl ("Lana") ist freie Journalistin, Biologin und Fastenbegleiterin. Sie schreibt über die Vorzüge des Heilfastens, Gesundheitsthemen und besucht gerne interessante Menschen und Orte. Außerdem bloggt Sandra auf https://lanalifestyle.com über vegetarische & weizenfreie Rezepte und ihr Leben.

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  5. ein Biochemiker erklärte dass Methionin in zb. Milch die Autophagie hemmt.
    Hingegen Soja die Autophagie anregt.
    In einer Aminnosäuren Tabelle war folgendes zu lesen:
    100ml Vollmilch 90mg Methionin..
    100g Sojabohnen 580mg Methionin..

    ????

    1. Author

      Hallo Stefan! Sojamilch enthält nur sehr geringe Mengen an Methionin. Ihre Methioninangabe bezieht sich auf die Sojabohnen. Sojamilch enthält im Schnitt 7 % Sojabohnen, somit enthält Sojamilch viel weniger Methionin als Kuhmilch. Zudem kommt, dass in Soja Stoffe enthalten sind, die die Autophagie ankurbeln (sek. Pflanzenstoffe, Spermidin) und somit der hemmenden Wirkung von geringen Methionin-Mengen entgegenwirken.
      Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig weiterhelfen.
      Liebe Grüße,
      Sandra Exl

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